Start › Ratgeber › Betriebsanleitung Vorlage: Gliederung mit Erläuterung
Wie ist eine Betriebsanleitung aufgebaut? Vorlage mit Erläuterung zu jedem Kapitel
Eine Betriebsanleitung nach Maschinenverordnung und EN ISO 20607 folgt keiner amtlich vorgeschriebenen Nummerierung, vorgeschrieben ist der Inhalt, nicht die Reihenfolge. Bewährt hat sich eine Gliederung in elf Kapitel: Allgemeines, Sicherheit, Technische Daten, Maschinenbeschreibung, Bedienung, Wartung, Prüfungen, Transport, Stilllegung, Entsorgung, Anhang. Die folgende Vorlage zeigt jede Überschrift mit einer Erläuterung, was dort hineingehört, und typischen Inhalten als Beispiel.
Weder die Maschinenverordnung noch die EN ISO 20607 schreiben eine Kapitelnummerierung vor. Vorgeschrieben ist, welche Informationen enthalten sein müssen. Wo sie stehen, entscheidet der Hersteller, solange die Anleitung für die Zielgruppe nachvollziehbar bleibt und nichts fehlt.
Die folgende Gliederung ist die Struktur, die sich in Prüfungen und Abnahmen bewährt hat und die auch Kaidoc erzeugt. Drei Entscheidungen darin sind bewusst getroffen: Die technischen Daten stehen als eigenes Hauptkapitel und nicht versteckt in der Maschinenbeschreibung. Die Bedienung kommt vor der Wartung, weil sie häufiger gebraucht wird. Transport und Lagerung stehen hinten, weil sie einmalig sind, vorn stören sie den Bediener, der täglich mit dem Dokument arbeitet.
So verwenden Sie die Vorlage: Gehen Sie die Gliederung von oben nach unten durch. Zu jeder Überschrift steht in einem Satz, was dort hineingehört, darunter typische Inhalte als Anhaltspunkt. Was auf Ihre Maschine nicht zutrifft, streichen Sie, eine Überschrift ohne Inhalt ist schlechter als keine Überschrift. Was Sie nicht beantworten können, markieren Sie sichtbar, statt es stillschweigend wegzulassen.
Die Vorlage: Gliederung mit Erläuterung zu jeder Überschrift
Elektrofachkraft: Arbeiten an der elektrischen Ausrüstung
1.5Urheberrecht und Haftung
Kompakter Schutzrechtshinweis und Haftungsausschluss. Keine Identifikationsdaten der Maschine, die stehen auf dem Deckblatt bzw. der Projektdatenseite.
Typische Inhalte
Weitergabe und Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung
Haftungsausschluss bei eigenmächtigen Umbauten
Haftungsausschluss bei Verwendung nicht freigegebener Ersatzteile
Haftungsausschluss bei Nichtbeachtung der Anleitung
2Sicherheit
Das wichtigste und umfangreichste Kapitel. Es überträgt die Ergebnisse der Risikobeurteilung in Anweisungen an die Personen, die mit der Maschine arbeiten.
2.1Bedeutung der Warnhinweise und Signalwörter
Erläutert die verwendeten Signalwörter mit Bedeutung und Farbe sowie den Aufbau der Warnhinweise.
Typische Inhalte
GEFAHR: unmittelbar drohende Gefahr, Tod oder schwere Verletzung als Folge
WARNUNG: mögliche gefährliche Situation, Tod oder schwere Verletzung möglich
HINWEIS: Sachschaden möglich, keine Personengefährdung
2.2Allgemeine Sicherheitshinweise
Grundregeln, die für alle Lebensphasen und alle Personengruppen gelten, ohne die spezifischen Warnungen der Einzelkapitel vorwegzunehmen.
Typische Inhalte
Maschine nur in technisch einwandfreiem Zustand betreiben
Sicherheitseinrichtungen nicht überbrücken, entfernen oder unwirksam machen
Arbeiten nur durch dafür qualifiziertes Personal
Veränderungen an der Maschine nur mit Zustimmung des Herstellers
2.3Bestimmungsgemäße Verwendung
Legt fest, wofür die Maschine gebaut ist, und begrenzt das nach Material, Umgebung, Leistung und Betriebsart. Diese Grenzen entscheiden später, was Fehlanwendung ist und wo die Haftung endet.
Typische Inhalte
Zulässige Werkstücke oder Materialien mit Abmessungs- und Gewichtsgrenzen
Zulässige Umgebungsbedingungen: Temperaturbereich, Luftfeuchte, Aufstellung in geschlossenen Räumen
Zulässige Betriebsart und Auslastung, etwa Einschaltdauer oder Taktzahl
Bedienung ausschließlich durch unterwiesenes Personal; Schlusssatz, dass jede darüber hinausgehende Verwendung als nicht bestimmungsgemäß gilt
2.4Vernünftigerweise vorhersehbare Fehlanwendung
Beschreibt Fehlgebrauch, mit dem realistisch zu rechnen ist, nicht jeden denkbaren Missbrauch. Quelle ist die Risikobeurteilung.
Typische Inhalte
Verarbeitung nicht freigegebener Materialien
Betrieb mit überbrückten oder demontierten Schutzeinrichtungen
Nutzung als Aufstiegshilfe oder Ablagefläche
Betrieb über die zulässige Belastungs- oder Temperaturgrenze hinaus
2.5Personalqualifikation und Unterweisung
Legt je Rolle fest, welche Qualifikation und Unterweisung erforderlich ist. Die Rollen selbst wurden bereits in 1.4 beschrieben.
Typische Inhalte
Elektrofachkraft nach DGUV Vorschrift 3 für Arbeiten an der elektrischen Ausrüstung
Nachweisliche Unterweisung des Bedienpersonals vor der ersten Tätigkeit
Mindestalter und Ausschluss von Personen unter Einfluss von Medikamenten oder Alkohol
Wiederholungsunterweisung in festgelegten Abständen
2.6Pflichten des Betreibers
Was der Betreiber organisatorisch sicherstellen muss, damit die vorausgesetzten Schutzmaßnahmen wirksam bleiben.
Typische Inhalte
Gefährdungsbeurteilung nach Betriebssicherheitsverordnung erstellen
Betriebsanweisung erstellen und Personal unterweisen
Anleitung ständig verfügbar und lesbar halten
Wiederkehrende Prüfungen veranlassen und dokumentieren
2.7Pflichten des Bedieners
Was die Person an der Maschine konkret einhalten muss, kurz, konkret und in der Sprache der Tätigkeit.
Typische Inhalte
Vor Arbeitsbeginn Schutzeinrichtungen auf Vollständigkeit und Funktion prüfen
Mängel und Störungen unverzüglich melden
Vorgeschriebene PSA tragen
Arbeitsbereich frei von Hindernissen halten
2.8Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Welche PSA bei welcher Tätigkeit zu tragen ist, abgeleitet aus den Restrisiken, tätigkeitsbezogen statt pauschal.
Typische Inhalte
Schutzbrille beim Rüsten und bei der Reinigung
Sicherheitsschuhe im gesamten Anlagenbereich
Schnittschutzhandschuhe bei der Handhabung von Werkstücken
Gehörschutz ab dem in Kapitel 3.4 angegebenen Schalldruckpegel
2.9Schutzeinrichtungen (Überblick)
Nennt jede an der Maschine vorhandene Schutzeinrichtung, ihre Wirkung und wo sie sich befindet. Deterministisch aus der Risikobeurteilung ableiten, nicht frei formulieren.
Hinweis auf die Prüfintervalle, die in Kapitel 7 beschrieben sind
2.10Restrisiken
Die Gefährdungen, die trotz Konstruktion und Schutzeinrichtungen bleiben. Dieser Abschnitt ist die Schnittstelle zur Gefährdungsbeurteilung des Betreibers.
Typische Inhalte
Je Restrisiko: Gefährdungsquelle, mögliche Folge, Schutzmaßnahme des Betreibers
Quetsch- und Scherstellen bei Rüst- und Wartungsarbeiten
Heiße Oberflächen nach dem Betrieb
Gespeicherte Energien in Pneumatik, Hydraulik und Federspeichern
2.11NOT-HALT-Funktion
Wo die NOT-HALT-Befehlsgeräte sitzen, was sie auslösen und wie entriegelt und quittiert wird.
Typische Inhalte
Anordnung aller NOT-HALT-Geräte, möglichst mit Abbildung
Stopp-Kategorie und Wirkung auf Antriebe und Energieversorgung
Entriegeln, Quittieren und geordnetes Wiederanlaufen
Klarstellung, dass NOT-HALT keine Schutzeinrichtung für den regulären Zugang ersetzt
2.12Gefahrenbereiche
Grenzt die Bereiche ab, in denen sich während des Betriebs niemand aufhalten darf, am besten mit Abbildung und Maßangaben.
Typische Inhalte
Bewegungs- und Schwenkbereiche von Achsen, Robotern oder Fahrzeugen
Ein- und Auslaufbereiche von Fördertechnik
Sicherheitsabstände und markierte Bodenflächen
Zugangsstellen mit Verriegelung und Zuhaltung
2.13Verhalten im Gefahrenfall
Handlungsanweisung für den Ernstfall in der Reihenfolge, in der sie ausgeführt werden soll.
Typische Inhalte
NOT-HALT betätigen und Maschine gegen Wiedereinschalten sichern
Verletzte bergen, Erste Hilfe leisten, Notruf absetzen
Vorgesetzten und Instandhaltung informieren
Ursache klären und Freigabe vor dem Wiederanlauf
2.14Sicherheitskennzeichnung an der Maschine
Zeigt alle an der Maschine angebrachten Warn-, Gebots- und Verbotszeichen mit Bedeutung und Anbringungsort.
Typische Inhalte
Tabelle mit Piktogramm, Bedeutung und Position
Sicherheitszeichen nach EN ISO 7010
Hinweis, beschädigte oder unleserliche Kennzeichnung zu ersetzen
Abbildung der Maschine mit eingezeichneten Schildpositionen
3Technische Daten
Eigenes Hauptkapitel mit ausschließlich physikalischen Kennwerten. Keine Identifikationsdaten wie Seriennummer oder Baujahr, die stehen auf dem Typenschild und dem Deckblatt.
3.1Kenndaten der Maschine
Die Grunddaten in Tabellenform, ohne beschreibenden Fließtext.
Die Bedingungen, unter denen die Maschine bestimmungsgemäß betrieben werden darf. Gehört weit nach oben, weil davon die Gültigkeit aller weiteren Angaben abhängt.
Der Prozessablauf in der Reihenfolge, in der er tatsächlich stattfindet, vom Materialeingang bis zum fertigen Teil.
Typische Inhalte
Ablauf eines vollständigen Arbeitszyklus
Zusammenspiel der Hauptkomponenten
Verhalten an Schnittstellen zu vor- und nachgelagerten Anlagen
Verhalten bei Materialmangel oder Stau
5Bedienung
Das Kapitel, das täglich benutzt wird. Steht deshalb vor Wartung und Transport. Inbetriebnahme und Störungsbeseitigung sind hier Unterkapitel, keine eigenen Hauptkapitel.
5.1Bedien- und Anzeigeelemente
Erst das Bediengerät als Ganzes erklären, dann die einzelnen Elemente mit Funktion.
Typische Inhalte
Tabelle: Element, Symbol, Funktion, Position
Bedeutung der Meldeleuchten und Statusfarben
Aufbau der Bedienoberfläche und Menüstruktur
Schlüsselschalter und Berechtigungsstufen
5.2Betriebsarten
Nur die tatsächlich vorhandenen Betriebsarten, jeweils mit den zugehörigen Schutzmaßnahmen und der erforderlichen Qualifikation.
Typische Inhalte
Automatikbetrieb mit geschlossenen Schutzeinrichtungen
Einrichtbetrieb mit reduzierter Geschwindigkeit und Zustimmtaster
Handbetrieb bzw. Tippbetrieb
Wer welche Betriebsart anwählen darf
5.3Inbetriebnahme
Was vor der ersten Inbetriebnahme und nach jedem Stillstand zu prüfen ist, bevor die Maschine anläuft.
Typische Inhalte
Checkliste vor dem Einschalten
Funktionsprüfung von NOT-HALT und Schutzeinrichtungen
Prüfung der Drehrichtung und der Versorgungswerte
Freigabe durch die verantwortliche Person
5.4Ein- und Ausschalten
Die Schaltfolge Schritt für Schritt, in beiden Richtungen.
Je Tätigkeit: Vorbereitung, Durchführung, Abschluss. Vorbereitung heißt immer Energien trennen und gegen Wiedereinschalten sichern.
Typische Inhalte
Sicheres Stillsetzen und Absichern nach dem Fünf-Sicherheits-Regeln-Prinzip
Benötigtes Werkzeug und Hilfsmittel
Handlungsschritte in Reihenfolge, mit Anzugsmomenten wo relevant
Funktionsprüfung und Freigabe nach Abschluss
6.3Schmierung und Betriebsstoffe
Welche Stoffe, wo, wie viel, wie oft, plus Hinweise zum sicheren Umgang.
Typische Inhalte
Schmierstelleplan mit Positionen
Freigegebene Schmierstoffe und Ersatzprodukte
Füllmengen und Wechselintervalle
Verweis auf Sicherheitsdatenblätter und Entsorgung
6.4Reinigung
Zulässige Verfahren und Mittel, und die Verfahren, die ausdrücklich verboten sind.
Typische Inhalte
Freigegebene Reinigungsmittel
Verbot von Hochdruckreinigern an bestimmten Bauteilen
Reinigungsintervalle je Bereich
PSA während der Reinigung
7Prüfungen und Inspektionen
Bleibt kurz und beschränkt sich auf sicherheitsrelevante Funktionsprüfungen. Keine Prüfprotokollvorlagen, keine PSA-Prüfung, das ist Sache des Betreibers.
Was geprüft wird, wie geprüft wird und in welchem Intervall.
Typische Inhalte
Auslösen jedes NOT-HALT-Geräts und Prüfen der Wirkung
Öffnen jeder verriegelten Schutztür bei laufender Maschine
Unterbrechen des Lichtvorhangs mit Prüfstab
Prüfintervall und Dokumentation des Ergebnisses
7.2Prüfung im Stillstand
Sichtprüfungen und Kontrollen, die nur bei stillstehender Maschine durchgeführt werden dürfen.
Typische Inhalte
Sichtprüfung auf Beschädigung von Verkleidungen und Kabeln
Vollständigkeit und Lesbarkeit der Sicherheitskennzeichnung
Fester Sitz von Befestigungen an Schutzeinrichtungen
Zustand von Schläuchen und Leitungen
8Transport und Lagerung
Steht hinten, weil es einmalige Tätigkeiten sind. Aufstellung und Montage sind hier Unterkapitel.
8.1Transport und Anschlagmittel
Wie die Maschine sicher bewegt wird, mit Gewicht, Hebepunkten und zulässigen Anschlagmitteln.
Typische Inhalte
Transportgewicht und Schwerpunktlage
Gekennzeichnete Hebepunkte, möglichst mit Abbildung
Zulässige Anschlagmittel und Mindesttragfähigkeit
Verbot, sich unter schwebender Last aufzuhalten
8.2Aufstellung und Montage
Bauseitige Voraussetzungen und die Montageschritte bis zur Anschlussbereitschaft.
Typische Inhalte
Anforderungen an Untergrund, Tragfähigkeit und Ausrichtung
Erforderliche Freiräume für Bedienung und Wartung
Reihenfolge der Montage bei mehrteiliger Lieferung
Bauseitige Anschlüsse nach den Werten aus 3.2
8.3Lagerung
Bedingungen für die Zwischenlagerung und Maßnahmen bei längerem Stillstand.
Typische Inhalte
Zulässige Lagertemperatur und Luftfeuchte
Konservierung und Korrosionsschutz
Maßnahmen vor der Wiederinbetriebnahme nach langer Lagerung
Prüfung auf Transportschäden bei Anlieferung und Dokumentation von Mängeln
9Endgültige Stilllegung
Wie die Maschine dauerhaft außer Betrieb genommen und zerlegt wird, ohne dass gespeicherte Energien zur Gefahr werden.
9.1Vorbereitung der Stilllegung
Trennen und Entleeren aller Energiequellen sowie Sichern gegen Wiederinbetriebnahme.
Typische Inhalte
Elektrische Trennung und Sicherung des Hauptschalters
Drucklosmachen von Pneumatik und Hydraulik
Entleeren von Betriebsstoffen und Restmaterial
Kennzeichnung als stillgelegt
9.2Demontage
Reihenfolge und Sicherheitshinweise für den Rückbau, insbesondere zu Federspeichern und schweren Bauteilen.
Typische Inhalte
Demontagereihenfolge, sinnvollerweise umgekehrt zur Montage
Sichern von Bauteilen gegen Herabfallen oder Zurückschnellen
Erforderliche Qualifikation für den Rückbau
Trennung nach Werkstoffgruppen als Vorbereitung für Kapitel 10
10Entsorgung
Eigenes Hauptkapitel. Trennung der Werkstoffe und fachgerechte Entsorgung von Betriebsstoffen und Elektronik.
10.1Werkstofftrennung
Welche Werkstoffgruppen anfallen und wie sie zu trennen sind.
Typische Inhalte
Metalle, sortenrein getrennt
Kunststoffe nach Kennzeichnung
Verbundwerkstoffe und Dämmmaterial
Verpackungsmaterial aus der Anlieferung
10.2Entsorgung von Betriebsstoffen und Elektronik (WEEE/RoHS)
Behandlung der Stoffe und Bauteile, die nicht in den normalen Wertstoffkreislauf dürfen.
Typische Inhalte
Hydrauliköl, Kühlschmierstoffe und Fette als Sonderabfall
Batterien und Akkus getrennt entsorgen
Elektro- und Elektronikaltgeräte nach WEEE
Verweis auf die Sicherheitsdatenblätter der Betriebsstoffe
11Anhang
Die einzige Stelle mit der vollständigen Dokumentensammlung. In Kapitel 1.3 stehen mitgeltende Unterlagen nur als kurzer Verweis.
11.1Drittgewerk-Dokumentation
Die Zulieferdokumentation, nach Gewerk gegliedert statt als ungeordneter Stapel.
Typische Inhalte
Steuerung und Bedienung, Sicherheitstechnik, Antriebstechnik
Pneumatik, Hydraulik, Mechanik, Absaugung
Datenblätter und Konformitätserklärungen zugekaufter Komponenten
Je Position: Hersteller, Typ, Dokumentnummer
11.2Eigene Dokumente
Die eigenen mitgelieferten Unterlagen, mit Revisionsstand.
Typische Inhalte
EU-Konformitätserklärung
Schaltpläne, soweit für Betrieb und Instandhaltung erforderlich
Ersatzteilliste und Wartungsnachweise
Auszüge aus Risikobeurteilung und Konformitätsbewertung, sofern vereinbart
Wo landen die Pflichtangaben in dieser Gliederung?
Pflichtangabe
Kapitel in dieser Vorlage
Bestimmungsgemäße Verwendung
2.3
Vernünftigerweise vorhersehbare Fehlanwendung
2.4
Restrisiken
2.10
Erforderliche Qualifikation und Unterweisung
2.5
Persönliche Schutzausrüstung
2.8
Schutzeinrichtungen und ihre Wirkung
2.9, 2.11
Sicherheitskennzeichnung an der Maschine
2.14
Emissionswerte (Schall, Vibration)
3.4
Anschluss- und Umgebungsbedingungen
3.2, 3.3
Bedienung und Betriebsarten
5.1 bis 5.5
Störungsbeseitigung mit Zuständigkeit
5.7
Wartung mit Intervallen
6.1, 6.2
Prüfung der Sicherheitsfunktionen
7.1
Transport, Aufstellung, Lagerung
8.1 bis 8.3
Außerbetriebnahme und Entsorgung
9, 10
Vermerk Originalbetriebsanleitung
1.1 und Deckblatt
Prüfen Sie die Vorlage gegen Ihre Risikobeurteilung, nicht nur gegen diese Tabelle. Jede dort identifizierte Gefährdung muss sich in einem Warnhinweis, einer Anweisung oder einem Restrisiko wiederfinden.
Woran Betriebsanleitungen in der Praxis scheitern
Leere Überschriften: Ein Kapitel, das nur aus einem Satz Textbaustein besteht, fällt in jeder Prüfung auf. Streichen ist besser als füllen.
Bestimmungsgemäße Verwendung ohne Grenzen: Ohne Angaben zu Material, Temperatur, Belastung und Umgebung lässt sich keine Fehlanwendung abgrenzen, und damit auch keine Haftung.
Restrisiken, die nicht aus der Risikobeurteilung stammen: Wenn beide Dokumente auseinanderlaufen, ist die Risikobeurteilung als Nachweis wertlos.
Fehlende Zuständigkeit bei Störungen: Ohne die Angabe, wer eingreifen darf, wird die Störungstabelle zur Aufforderung an den Bediener, in die Maschine zu greifen.
Wartung ohne sicheres Stillsetzen: Jede Wartungstätigkeit braucht den Schritt Energien trennen und sichern vor der eigentlichen Arbeit.
Technische Daten über die ganze Anleitung verstreut: Werte gehören in Kapitel 3 und werden anderswo referenziert, nicht wiederholt, sonst widersprechen sich Fassungen nach der ersten Änderung.
Kein Revisionsstand: Ohne Versions- und Datumsangabe lässt sich später nicht belegen, welche Fassung mit welcher Maschine ausgeliefert wurde.
Wie verbindlich ist diese Gliederung?
Die Reihenfolge ist eine Empfehlung, der Inhalt ist Pflicht. Die Maschinenverordnung legt fest, welche Informationen die Betriebsanleitung enthalten muss; die EN ISO 20607 beschreibt, wie Anleitungen strukturiert und formuliert werden, ohne eine Nummerierung vorzuschreiben. Sie dürfen also umsortieren, zusammenfassen und Kapitel streichen, die auf Ihre Maschine nicht zutreffen.
Zwei Grenzen gibt es. Erstens: Sicherheitsinformationen dürfen nicht so verteilt werden, dass sie beim Lesen der jeweiligen Tätigkeit nicht auffindbar sind. Ein Warnhinweis, der nur im Sicherheitskapitel steht, aber nicht dort, wo die gefährliche Tätigkeit beschrieben ist, erfüllt seinen Zweck nicht. Zweitens: Was Sie streichen, muss tatsächlich nicht zutreffen, nicht bloß unbequem zu schreiben sein.
Für unvollständige Maschinen gilt diese Gliederung nicht unverändert. Dort tritt an die Stelle der Betriebsanleitung die Montageanleitung, die den Einbau in die Gesamtmaschine beschreibt und die Bedingungen nennt, unter denen der Einbau zulässig ist. Kapitel zu Bedienung und Normalbetrieb entfallen dann weitgehend.
Wer die Vorlage als Rohgerüst verwenden will: Legen Sie zuerst die Risikobeurteilung daneben und gehen Sie deren Gefährdungen einzeln durch. Jede muss in der Anleitung ankommen, als konstruktive Lösung, die Sie beschreiben, als Warnhinweis an der Tätigkeit oder als Restrisiko in 2.10. Was in keinem dieser drei Kanäle landet, ist eine Lücke.
Quellen und Normbezug
Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, Anhang III: Betriebsanleitung, Informationen und Warnhinweise
EN ISO 20607: Betriebsanleitung, allgemeine Gestaltungsgrundsätze
EN ISO 12100: Risikobeurteilung und Risikominderung, Benutzerinformation
EN ISO 7010: Graphische Symbole, Sicherheitszeichen
EN 60204-1: Elektrische Ausrüstung von Maschinen
Normausgabestände und harmonisierte Fassungen ändern sich laufend. Prüfen Sie Normnummern und Ausgabestände vor der Anwendung gegen den aktuellen Stand im EU-Amtsblatt. Dieser Beitrag ist eine fachliche Einordnung und ersetzt keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Ist die Kapitelnummerierung vorgeschrieben?
Nein. Weder Maschinenverordnung noch EN ISO 20607 schreiben eine Nummerierung oder Reihenfolge vor. Vorgeschrieben ist der Inhalt. Die hier gezeigte Gliederung ist eine bewährte Struktur, die sich in Abnahmen und Prüfungen bewährt hat. Sie dürfen davon abweichen, solange nichts fehlt und die Informationen dort stehen, wo sie gebraucht werden.
Was gehört in die bestimmungsgemäße Verwendung?
Wofür die Maschine gebaut ist, begrenzt nach Material, Umgebung, Leistung und Betriebsart, also zulässige Werkstücke mit Abmessungs- und Gewichtsgrenzen, Umgebungstemperatur und Luftfeuchte, zulässige Auslastung sowie die Anforderung an das Bedienpersonal. Diese Grenzen entscheiden darüber, was als Fehlanwendung gilt. Ohne konkrete Werte ist der Abschnitt praktisch wertlos.
Wie ausführlich muss jedes Kapitel sein?
So ausführlich, dass die Zielgruppe die beschriebene Tätigkeit sicher ausführen kann, nicht mehr. Das Sicherheitskapitel ist regelmäßig das längste, Prüfungen und Entsorgung sind kurz. Ein Kapitel, das mit einem allgemeinen Textbaustein gefüllt wird, weil die Überschrift sonst leer bliebe, schadet mehr als eine gestrichene Überschrift.
Kann ich Kapitel weglassen?
Ja, wenn sie auf Ihre Maschine nicht zutreffen. Eine Maschine ohne Hydraulik braucht keinen Abschnitt zu Hydraulikanschlusswerten. Streichen Sie aber nur, was tatsächlich nicht zutrifft, nicht, was aufwendig zu schreiben ist. Und passen Sie die Nummerierung an, statt Lücken zu lassen.
Gilt die Gliederung auch für unvollständige Maschinen?
Nur teilweise. Für unvollständige Maschinen wird statt der Betriebsanleitung eine Montageanleitung mitgeliefert. Sie beschreibt Montage, Anschluss und die Bedingungen für den sicheren Einbau in die Gesamtmaschine; Kapitel zu Normalbetrieb und Bedienung entfallen weitgehend, Sicherheit und Schnittstellenbedingungen werden dafür wichtiger.
Begleitet seit Jahren CE-Projekte im Maschinen-, Anlagen- und Sondermaschinenbau. Daraus ist Kaidoc.app entstanden, eine Software für normorientierte CE-Dokumentation. Über Knutec.de gibt es dieselbe Arbeit als persönliche Dienstleistung.
Noch eine Frage offen?
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Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung fachlich geprüft. Die redaktionelle Verantwortung im Sinne von Art. 50 Abs. 4 der KI-Verordnung (EU) 2024/1689 liegt bei Heinrich Knutas.
Selbst erstellen oder erstellen lassen
Betriebsanleitung, Risikobeurteilung und EU-Konformitätserklärung nach der Maschinenverordnung (EU) 2023/1230. Mit Kaidoc.app erstellen Sie die Unterlagen selbst, entlang der Normvorgaben statt aus Altprojekten zusammenkopiert. Fehlt dafür die Zeit, übernimmt Knutec.de das Projekt als Dienstleistung.
Alle Pflichtkapitel angelegtNormen und Fristen aktuell hinterlegtWord und PDF, frei editierbar